Gamification beim Online-Coaching – Was man von Games lernen kann

August 14, 2023E-Learning App

Die Gamingbranche ist so erfolgreich wie nie zu vor und übertrumpft sogar die Film- und Musik-Branche. Deswegen lohnt es sich, einmal genau hinzusehen und besondere Praktiken und Tricks in Computerspielen zu analysieren, denn vieles lässt sich auf andere Bereiche übertragen. Dies ist mittlerweile gängige Praxis in der Software- und Prozess-Entwicklung. 

Mithilfe der sogenannten Gamification werden spielerische Elemente in ernste Kontexte integriert, um die Motivation und das Engagement der Teilnehmer zu steigern. Im Online-Coaching-Kontext hat sich die Gamification als äußerst wirkungsvoll erwiesen, da es Teilnehmer aktiv in den Lernprozess einbindet. So kann das Benutzererlebnis verbessert, die Bindung gestärkt und sogar der Umsatz gesteigert werden.

Also, was kann man von Games für erfolgreiche Online-Coachings lernen und wie integriert man diese spielerischen Elemente in ein Online-Coaching?

Gamification im E-Learning

Was ist Gamification?

Im Kern geht es bei Gamification darum, die Prinzipien und Mechanismen aus Spielen auf nicht-spielerische Umgebungen zu übertragen. Dazu zählen Punktesysteme, Fortschrittsbalken, Belohnungen, Badges und Ranglisten. Diese Elemente dienen dazu, den Teilnehmern klare Ziele zu setzen, den Fortschritt auf dem Weg zu diesen Zielen sichtbar zu machen und Anreize zu schaffen, um Herausforderungen zu meistern.

Durch die geschickte Anwendung dieser Spielmechanismen werden die Teilnehmer in die Lage versetzt, ihre eigenen Ziele mit einem gewissen spielerischen Eifer zu verfolgen. Die Gamification im Online-Coaching schafft somit ein dynamisches und anregendes Umfeld, das die Chancen auf nachhaltige Lernerfolge erhöht.

Betrachten wir zunächst die verbreitetsten Elemente.

Aufgaben, Missionen oder Quests

In fast allen Computerspielen gibt es Aufgaben, Missionen oder Quests. Sie geben dem Nutzer vor, was er erreichen soll, lassen ihm jedoch den Weg dorthin offen. So begibt sich der Spieler auf der Mission “Besiege den König” erst einmal freiwillig zum Waffenschmied, um sich eine bessere Ausrüstung zu besorgen, doch dafür benötigt er Gold. Dieses muss der Spieler durch das Finden von Schätzen erlangen. Das Ziel ist also vorgegeben, der Nutzer will es erreichen und muss selbständig überlegen, wie er dieses erreicht.

Übertragen auf das Online-Coaching gibt es ähnliche Möglichkeiten. Der Nutzer muss Lektionen abschließen, um Punkte zu sammeln. Mit diesen Punkten erlangt er dann Zugriff auf verschiedene Prüfungen und nach dem Abschluss erhält er eine Belohnung. Wichtig ist, dass der Nutzer das Ziel erreichen will. Welche Belohnungen hierfür sinnvoll sind, betrachten wir in einem späteren Abschnitt.

Fortschritt, Ranglisten und Highscores

Seit vielen Jahren gibt es sie schon: Highscores. Das Prinzip dahinter ist ganz einfach. Durch eine gewisse Tätigkeit sammelt man Punkte. Das allein schafft jedoch noch keinen Ansporn, deswegen braucht es ein weiteres Element: die Rangliste. Hier werden die Teilnehmer aufgelistet, wobei die Höhe der Punktzahl die Position bestimmt. Also, wer möchte nicht der Beste von allen sein?

Highscores und Ranglisten spornen an!

Ranglisten regen die Nutzer an, besonders viele Punkte zu sammeln. Selbst wenn der Nutzer nicht der Beste wird (es kann ja immer nur einer an der Spitze stehen), spornt bereits eine Verbesserung der eigenen Punktzahl enorm an. Dies lässt sich auch auf das Online-Coaching übertragen. Wenn es regelmäßige Routinen gibt, wie beispielsweise tägliche Fitnessübungen, dann sollten Sie den Nutzern ermöglichen, dafür Punkte zu sammeln. Egal, ob die Teilnehmer nur ihre eigenen Highscores knacken, oder die Spitze der Rangliste erklimmen wollen, der Ansporn wächst deutlich!

Der Zufallsfaktor

Zufall kann ein weiteres fesselndes Element sein. In Spielen gibt es viele Abläufe, die vom Zufall gesteuert werden. Welche Gegner erscheinen? Welche Angriffsmuster gibt es? Lässt der Endboss seine seltene Ausrüstung fallen, oder nicht? Der Zufallsfaktor kann den Spieler in einen richtigen Bann ziehen. Dies ist der Grund, warum Spielautomaten süchtig machen. Dieses Phänomen nennt sich “Intermittierende Verstärkung”. Wenn eine Belohnung nach einem Erfolg nicht immer (also zufällig) auftritt, kann das dazu führen, diesen Erfolg öfter als nötig zu erreichen.

Der Zufallsfaktor ist ein großer Bestandteil der Gamification

Belohnungen

Die zuvor genannten Elemente zielen oft auf eine Belohnung ab. In Spielen sind das oft, bessere Ausrüstungen, Abzeichen, neue freigeschaltete Level oder Geld, mit welchem Ausrüstung gekauft werden kann.

Für gewöhnlich lässt sich dieser Punkt nicht eins zu eins auf den Coaching-Bereich übertragen. Welche Belohnungen sind dann sinnvoll? Betrachten wir zunächst reale Belohnungen. Wenn diese Belohnungen schwer zu erreichen sind, könnten unter anderem Rabattcodes interessant sein, um den Verkauf weiterer Produkte zu fördern. Auch Wertgutscheine sind beliebt.

Günstiger hingegen sind oft nicht reale Belohnungen, also Errungenschaften, die es nur auf deiner Plattform gibt. Dazu zählen etwa Badges, die einen Nutzer über die anderen hervorhebt. Gerade wenn bei deinem Coaching viele Nutzer teilnehmen und sich diese gegenseitig in einem Chat oder Forum sehen können, sind Badges eine Überlegung wert.

Ebenfalls beliebt ist es, durch neue Inhalte, Lektionen oder Features belohnt zu werden. So können etwa Nutzer, welche die erste Lektion abgeschlossen haben, endlich das Forum nutzen und mit anderen Leuten chatten. Ähnliche Belohnungen könnte ein persönlicher Chat mit dem Trainer, Zugriff auf Lernmaterialien oder eine Verewigung auf der Startseite sein.

Fazit

Games sind erfolgreich und das nicht ohne Grund. Das Schöne dabei ist, dass diese sehr viel experimentieren und man so für andere Bereiche etwas abschauen kann.

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Philipp Zimmermann

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