Deepfakes, Fakes, Desinformation – ein Risiko, das wächst

September 15, 2025IT-Security, Künstliche-Intelligenz

Ob manipulierte Bilder, erfundene Zitate oder synthetische Stimmen: Die Menge an Falschinformationen nimmt rasant zu – und betrifft längst nicht mehr nur Politik und Gesellschaft. Auch Unternehmen sind zunehmend Zielscheibe von gezielter Desinformation, die Reputation, Prozesse oder sogar Aktienkurse gefährden kann.

Dr. Vera Schmitt, Expertin für sprachbasierte KI am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), warnt: Desinformation ist längst kein Ausrutscher im Netz mehr – sie ist ein Geschäftsmodell.

Warum Unternehmen besonders gefährdet sind

Im Interview mit der IHK Schwaben erklärt Schmitt, dass Unternehmen vor allem aus zwei Gründen anfällig sind. Erstens: Viele Prozesse basieren auf Vertrauen – gegenüber Kunden, Partnern, Mitarbeitenden. Wird dieses Vertrauen erschüttert, hat das unmittelbare Folgen. Zweitens: Unternehmen verfügen über sensible Informationen, die gezielt angegriffen werden können.

Besonders betroffen sind laut Schmitt Branchen wie Finanzen, Gesundheit, Energie oder Technologie. Doch auch Mittelständler sind verwundbar, etwa durch gefälschte Bewerbungen, gefakte E-Mails von Führungskräften oder gestohlene Stimmen, die in Deepfakes verwendet werden.

So funktioniert KI-basierte Desinformation

Die Methoden sind vielfältig: Fake-News-Generatoren, KI-basierte Text- und Bildgeneratoren oder Chatbots, die gezielt Stimmung in sozialen Netzwerken manipulieren. Die eingesetzten Modelle sind technisch ausgereift – und mit wenigen Klicks für jeden zugänglich.

Was früher Aufwand bedeutete, geht heute automatisiert: KI kann ganze Websites mit erfundenen Inhalten befüllen, täuschend echte Stimmen nachahmen oder Deepfake-Videos erzeugen, die für Laien kaum erkennbar sind.

Die asymmetrische Bedrohungslage

Ein großes Problem: Während sich Falschinformationen schnell verbreiten und oft automatisiert erzeugt werden, ist ihre Aufdeckung langwierig und aufwendig. Unternehmen sind dadurch in einer asymmetrischen Lage – sie reagieren oft zu spät oder gar nicht.

Hinzu kommt: Die menschliche Urteilskraft braucht Kontext und Hintergrundwissen. Doch genau diese Zeit fehlt im digitalen Informationsstrom. Was bleibt, ist Unsicherheit – und damit ein Nährboden für gezielte Täuschung.

Schutz durch Aufklärung, Monitoring und KI

Dr. Schmitt betont, dass Schutzmaßnahmen auf drei Ebenen erfolgen müssen:

  1. Technisch: Aufbau eigener Analyse- und Verifizierungssysteme, z. B. zur Erkennung manipulierter Medien
  2. Organisatorisch: Verankerung von Desinformationsabwehr in bestehenden Strukturen (z. B. PR, HR, Compliance)
  3. Kulturell: Schulungen, Sensibilisierung, Medienkompetenz

Gerade für den Mittelstand empfiehlt sie einen pragmatischen Einstieg: mit Workshops, in denen potenzielle Angriffsflächen analysiert und konkrete Maßnahmen abgeleitet werden.

Bildung ist der Schlüssel

Langfristig wird das Thema auch in der Aus- und Weiterbildung relevant. Schulen, Hochschulen und Unternehmen müssen laut Schmitt stärker auf digitale Urteilsfähigkeit und technisches Grundverständnis setzen. Nur so entsteht ein Bewusstsein für Risiken – und eine Fähigkeit, Inhalte besser einzuordnen.

Programme wie „Wegweiser KI“, die Aufklärung und Orientierung zu Künstlicher Intelligenz bieten, sind ein erster Schritt. Doch es braucht mehr: verbindliche Standards, strategische Kommunikation und eine klare Haltung.

Fazit: Desinformation betrifft uns alle

Was früher nach Science-Fiction klang, ist heute Realität. KI-basierte Desinformation ist ein ernstzunehmendes Risiko – für Unternehmen, Organisationen und die Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, das Thema jetzt anzugehen.

Nicht mit Panik, sondern mit klarer Strategie, verlässlichen Tools und gut geschulten Menschen. Denn eines ist sicher: Wer nicht vorbereitet ist, wird überrascht. Und wer überrascht wird, verliert wertvolle Zeit – und im schlimmsten Fall das Vertrauen seiner Kunden.

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Philipp Zimmermann

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