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KI & Automatisierung4 Min.

Künstliche Intelligenz in der Unternehmenspraxis

Einleitung: KI als Wendepunkt der Unternehmens-IT

Kaum ein Thema prägt die Unternehmenswelt derzeit so stark wie die Künstliche Intelligenz (KI). Ob Chatbots, Prozessautomatisierung oder intelligente Analysen – KI hat das Potenzial, Geschäftsmodelle grundlegend zu verändern. Doch während viele Unternehmen auf den Zug aufspringen wollen, bleibt die Frage: Wie gelingt der verantwortungsvolle und gleichzeitig wirksame Einsatz dieser Technologie?

Beim CIO Network der IHK Schwaben kamen kürzlich rund 50 IT-Leitende und CIOs zusammen, um genau darüber zu diskutieren. Gastgeber war die Software Factory von Baramundi in Augsburg. Das Ziel: Erfahrungen teilen, voneinander lernen und Wege aufzeigen, wie KI praktisch und ethisch vertretbar in Unternehmensprozesse integriert werden kann.

Verantwortungsvoll handeln: Die Rolle von KI-Governance

Mit dem zunehmenden Einsatz von KI wächst auch die Verantwortung, sie rechtssicher und nachvollziehbar zu gestalten. KI-Governance beschreibt die Gesamtheit an Regeln, Prozessen und Strukturen, die sicherstellen, dass KI-Systeme transparent, fair und gesetzeskonform agieren.

Stefan Strobel, Datenschutzbeauftragter bei Fujitsu, zeigte anhand der KI-Rahmenrichtlinie seines Unternehmens, wie ein solcher Prozess aussehen kann:

Was ist KI-Governance?
KI-Governance bezeichnet den organisatorischen und rechtlichen Rahmen für den Einsatz künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Ziele sind:
Transparenz über Entscheidungsprozesse
Sicherstellung von Datenschutz und Fairness
Klare Verantwortlichkeiten
Laufende Bewertung von Risiken und Chancen

Aus der Praxis: Wie Unternehmen KI heute einsetzen

Während viele Unternehmen noch über KI sprechen, setzen andere sie bereits gezielt ein – mit messbarem Nutzen.

Dr. Tobias Preißler von der Lechwerke AG (LEW) präsentierte konkrete Praxisbeispiele aus der Energiebranche. Dort wird KI genutzt, um Netzsteuerung, Wartung und Kundenservice effizienter zu gestalten.

Auch bei Fujitsu steht KI längst im Alltag: Von der Optimierung interner Prozesse bis zur Entwicklung neuer Produkte wird sie als Innovationstreiber verstanden. „KI ist und bleibt das Next Big Thing“, betont Robert Mayer, Vorsitzender des CIO Networks. „Der Einsatz zu pushen, ist unser großer Antrieb.“

Nicht zuletzt zeigen Tools wie Microsoft 365 Copilot, wie stark KI bereits in alltägliche Arbeitsprozesse integriert ist. Automatisierte Zusammenfassungen, Textentwürfe und Analysen sparen Zeit – vorausgesetzt, die Mitarbeitenden wissen, wie sie die Ergebnisse bewerten und sinnvoll nutzen.

Sicherheit und Resilienz: KI als Schutzschild und Risiko

Mit der wachsenden Verbreitung von KI steigen auch die Bedrohungen. Philipp Drieger, Principal AI Architect bei Splunk (Cisco), machte deutlich: KI kann sowohl Risiko als auch Schutzschild sein.

Auf der einen Seite entstehen neue Angriffsszenarien – etwa durch Deepfake-Phishing oder automatisierte Social-Engineering-Attacken. Auf der anderen Seite hilft KI, genau diese Bedrohungen frühzeitig zu erkennen.
KI-gestützte Systeme analysieren riesige Mengen an Logdaten, entdecken ungewöhnliche Muster und melden Sicherheitsvorfälle in Echtzeit.

So entsteht eine neue Form der digitalen Resilienz: Unternehmen werden widerstandsfähiger, weil sie Bedrohungen schneller erkennen, bewerten und abwehren können. Entscheidend bleibt dabei der menschliche Faktor – IT-Sicherheitsexperten müssen die Ergebnisse verstehen und korrekt einordnen, um verantwortungsbewusst zu handeln.

Mensch im Mittelpunkt: Akzeptanz als Erfolgsfaktor

Bei aller Technologie darf eines nicht vergessen werden: Der Erfolg von KI hängt von den Menschen ab, die sie nutzen.

Akzeptanz entsteht nicht durch Zwang, sondern durch Vertrauen und Beteiligung. Mitarbeitende müssen verstehen, wie KI funktioniert, welche Vorteile sie bringt und wo ihre Grenzen liegen. Nur so können sie die Technologie sinnvoll einsetzen und Fehlentscheidungen vermeiden.

Ein offener Dialog, transparente Kommunikation und gezielte Schulungen sind daher zentrale Erfolgsfaktoren. Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden in die Entwicklung und Einführung von KI-Projekten einbeziehen, schaffen eine Kultur der Mitgestaltung statt der Überforderung.

Fazit: Der Weg zur verantwortungsvollen KI-Zukunft

Künstliche Intelligenz ist keine ferne Zukunftstechnologie mehr, sondern längst Teil des betrieblichen Alltags. Ihr Erfolg hängt jedoch nicht allein von technischen Innovationen ab, sondern von Verantwortung, Governance und Vertrauen.

Unternehmen, die klare Strukturen schaffen, ethische Leitplanken setzen und ihre Mitarbeitenden aktiv einbinden, werden langfristig profitieren – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch in ihrer Glaubwürdigkeit.

Das CIO Network der IHK Schwaben zeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen IT-Führungskräften sein kann: Wenn Technik, Governance und Mut zur Veränderung zusammenkommen, entsteht echte Zukunftsfähigkeit.

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